Unsere Konzeption

 
Das Bild vom Kind

Jedes Kind ist individuell. Es hat seinen eigenen Rhythmus und entwickelt sich in seinem eigenem Tempo. Jedes Kind braucht seine Freiräume und Anreize, um sich individuell entwickeln zu können.
Jedes Kind ist von Anfang an mit Kompetenzen ausgestattet. Die eigene Veranlagung, die Umwelt und Bezugspersonen beeinflussen die Entwicklung der Kompetenzen, weshalb das pädagogische Team das Kind dort abholen sollte, wo es gerade in seiner Entwicklung steht und ihm individuelle Unterstützung anbietet.
Dafür brauchen Kinder verlässliche Beziehungen, damit Bindungsqualität entstehen kann.
Sie brauchen Kontinuität und Strukturen im Alltag, dazu gehören Wiederholungen und Rituale, für die das pädagogische Team Verantwortung trägt.
Kinder kommunizieren von Anfang an, sie drücken sich in vielen Sprachen aus. Erwachsene müssen versuchen, sie zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse sensibel einzugehen.
Kinder haben eigene Persönlichkeiten, eigene Interessen und ein individuelles Temperament.
Jedes Kind ist so wie es ist liebenswert!
Kinder sind unvoreingenommen, interessieren sich vielfältig und experimentieren gern. Dafür benötigen sie Freiraum im Spiel.
Kinder bewegen sich fast unentwegt, denn sie brauchen Bewegung um zu lernen, um ihren Körper wahr zu nehmen, um Erfahrungen zu machen.
Kinder brauchen andere Kinder, sie spiegeln sich und lernen voneinander.


Erziehung, Werte und Bildung

Erziehung spielt im Krippenalter noch eine große Rolle. Kinder brauchen Erwachsene als Vorbilder, an denen sie sich die Welt in der sie leben erklären können.
Neben der Erziehung bietet eine gute Betreuung die Grundlage und den Rahmen für die Bildung. Dabei ist die Bildung weit mehr als pure Wissensvermittlung. Für die Krippe bedeutet Bildung in erster Linie Selbstbildung durch das Miterleben und Verstehen des Alltags, in Form von entdeckendem Lernen. Das Kind ist aktiver Konstrukteur seiner Bildungsprozesse, es bildet eine Lerngemeinschaft mit Erzieherinnen und anderen beteiligten Kindern. So findet durch Ko-Konstruktion Bildung statt.
Die Basis dafür ist eine positive Beziehung zwischen Kindern und pädagogischen Fachkräften. Die Kinder brauchen Bindungspersonen, die ihnen Sicherheit und einen liebevollen, respektvollen und wertschätzenden Umgang bieten. Durch spielerisches Lernen
"be - greift" das Kind sich selbst, seine Mitmenschen und sein Umfeld. Eine sichere Bindung fördert die Bildungsprozesse der Kinder.

Erziehung / Werte 

  • Werte, Normen und Traditionen vermitteln
  • Grenzen setzen
  • Struktur und Orientierung durch einen geregelten Tagesablauf geben
  • Räume, Material, Projekte anbieten, in denen Kinder sich ausleben können
  • Ermutigen und Bestätigen
  • Mit Herausforderungen konfrontieren
  • Bedürfnisse ernstnehmen und angemessen reagieren
  • Partizipation
  • Selbstständigkeit fördern

 
Bildung
• Sprachanregungen geben
• Forschen
• Experimentieren
• Nachahmen
• Emotionen verarbeiten
• Sinnes- u. Materialerfahrungen machen
• Ausprobieren und Wiederholen
• Beobachten und Erkunden
• Grenzen austesten
• Selbstvertrauen entwickeln
• Selbstständig werden
• Selbstbestimmt handeln
• Sich selbst entdecken
• Beziehungen eingehen
• Freunde finden
• Kontakte knüpfen bzw. aufnehmen
• Fragen stellen

Die Rolle der pädagogischen Fachkraft
Krippenkinder verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Betreuung. Daher ist eine gefestigte Bindung der Grundstein der pädagogischen Arbeit. Nur durch positive Beziehungen können Kinder angstfrei das Geschehen erkunden und ihren Interessen nachgehen. Kinder brauchen Sicherheit.
Voraussetzung einer guten Fachkraft – Kind - Bindung  ist eine gelungene Eingewöhnung.

Fachkräfte sind Vorbilder für Kinder und sie sind maßgeblich für den Umgang miteinander. Daher pflegen wir einen respektvollen und liebevollen Umgang mit den Kindern, im Team und den Eltern gegenüber.
Die Rolle des Vorbildes bezieht sich jedoch nicht nur auf den Umgang. Auch in alltäglichen Situationen, wie beim Aufräumen oder beim Halten an Regeln, gehen wir mit gutem Beispiel voran. Ein wichtiger Baustein unserer pädagogischen Arbeit ist die Selbstständigkeit der Kinder zu unterstützen und zu fördern. Wir beziehen sie in allen Alltagssituationen mit ein und ermutigen sie zur Selbstständigkeit. Z.B.: Einräumen des Geschirrs, Abräumen des eigenen Tellers nach dem Essen, das selbständige Aufräumen von Bespieltem oder das An- und Ausziehen.

Das pädagogische Team ist dafür verantwortlich, den Kindern so wenig Stress wie möglich zuzumuten. Ein geregelter Tagesablauf, sowie tägliche Rituale sind daher unerlässlich, denn sie geben den Kindern Sicherheit und Geborgenheit.

Fachkräfte sind in der Pflicht die Kindergruppe, sowie jedes einzelne Kind zu beobachten und Dokumentationen anzufertigen. Dies ist essentiell wichtig und grundlegend, um Bedürfnisse und Themen der Kinder zu erkennen. Anhand der Beobachtungen können kleinere Angebote und Projekte erstellt werden, an denen die Kinder ihre Themen bearbeiten können.

Pädagogische Fachkräfte unterstützen Kinder in ihren sozialen Kompetenzen. Sie fördern das Miteinander in der Gruppe. Sie schaffen Freiräume für Interaktionen miteinander und fördern Spielinteraktionen der Kinder.

Pädagogische Fachkräfte unterstützen Kinder im Alltag. Es ist nicht deren Aufgabe, den Kindern alles abzunehmen. Sie ermutigen zum Selbsttun und zum selbstbestimmten Handeln

Sprachförderung
Der Anlass, die Sprachförderung als Schwerpunkt in die Konzeption aufzunehmen, war die Neugestaltung unserer Räumlichkeiten. Ziel dabei war es, die Umgebung anregend zu gestalten. Kinder möchten selbstaktiv erkunden, weshalb uns wichtig war, alles in Kinderhöhe anzubringen. Selbst die Windelfächer sind nach unten gewandert, damit die Kinder die Möglichkeit haben, ihre Windeln und persönlichen Gegenstände an einem, für sie erreichbaren, aber gleichzeitig geschütztem Ort unter zu bringen.
So erschufen wir einen Ort, der zu Sprachentwicklung und Selbstwiksamkeit anregt, sowie Partizipation fördert.
Unser Bewegungsangebot im Gruppenraum wurde durch verschiedene Spielpodeste erweitert. Diese sollen durch verschieden Neigungen, Höhen und Untergründe den Bewegungsdrang der Kinder gerecht werden und zur sprachlichen Unterstützung beitragen.
Unser Gruppenraum hält eine Kuschelecke und ein Bücherregal bereit. Die Kinder können sich nach Lust und Laune zurückziehen und Bücher anschauen. Wir setzten uns regelmäßig mit in die Kuschelecke und bieten gemeinsames Anschauen oder Lesen der Bücher an. Wir tauschen Bücher regelmäßig aus, um bestimmte Themen zu bearbeiten, oder um die Lust an den Büchern zu fördern.
Wir hören regelmäßig Hörspiele und Musik CDs um Konzentration, Bewegung und Sprache zu fördern.
Unser täglicher Morgenkreis fördert durch Singen, Fingerspiele und Dialoge das Miteinander, sowie die sprachliche Entwicklung.
Wir hören Kindern aufmerksam zu, nehmen ihre Themen und Bedürfnisse ernst und gehen immer wieder in den Dialog. Wir begleiten die Kinder sprachlich bei ihrem Spiel und in alltäglichen Situationen. Wir verbessern Kinder nicht, wir wiederholen die korrekte Form des Satzes. Wir zeigen den Kindern sprachlich, dass wir sie hören, gehen auch auf körperliche Signale ein und benennen diese sprachlich.
 
Freispiel
Im Freispiel können alle Kompetenzen der Kinder gefördert werden. Kinder haben die Möglichkeit ihren Interessen nachzugehen, den Raum zu erkunden, Kontakte zu knüpfen und zu forschen.
Durch Interaktionen und gemeinsames Spiel, aber auch durch Konflikte werden soziale Kompetenzen erlernt. Kinder suchen sich selbstständig Herausforderung und gelangen so zum nächsten Entwicklungsschritt. Sie bearbeiten ihre aktuellen Themen und suchen sich neues Anregendes.
Kinder bewegen sich den ganzen Tag. Sie steigen Treppen, klettern auf Stühle, bauen sich Brücken. Aus der Bewegung entsteht Kreativität. Körperwahrnehmung, Gleichgewicht und vieles mehr wird spielerisch trainiert. Kinder entwickeln Sympathie und es entstehen Kontakte, Spielpartner und Freundschaften.
Kinder bearbeiten im Freispiel den Alltag. Sie spielen in der Küche, im Kaufladen, verkleiden sich oder spielen mit Puppen. Sie ahmen die Erwachsenen nach, oder stellen Szenen nach, die sie beobachtet haben.
Pädagogische Fachkräfte können im Freispiel vielfältig beobachten und ihre pädagogische Arbeit danach ausrichten. Fachkräfte dürfen sich im Freispiel auch mal völlig zurück nehmen und nur Impulsgeber für neue Ideen sein.

Partizipation und Selbstständigkeit
Kinder haben ein Recht darauf gehört und ernst genommen zu werden.
Wir möchten Kindern vermitteln, selbstbewusst und selbstbestimmt durchs Leben zu gehen.
Dafür schaffen wir Partizipation im Alltag. In unserem Gruppenraum befinden sich alle Spielmaterialien, sowie Windelfächer auf Kinderhöhe. Die Kinder sollen sich selbst ihre Spielmaterialien aussuchen und diese nach Herzenslust bearbeiten. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten gern einzelne Spiele, überlassen den Kindern aber die Verwendung und den Ausgang des Spiels.
Die Kinder bestimmen mit ihren Bedürfnissen und Themen den Alltag in unserer Einrichtung. Jedes Kind wird mit seinen Bedürfnissen ernst genommen und erfährt so, dass es wichtig ist.

Gerade bei Essenssituationen ist uns wichtig, dass die Kinder selbstbestimmt teilnehmen. Die Kinder können sich ihr Essen selbst auf den Tellern anrichten und entscheiden, was sie essen möchten und was nicht. Wir fordern die Kinder gern auf, alles einmal zu probieren was auf dem Tisch steht. Wir sind allerdings strikt gegen eine „Müssen“-Politik.
Durch das selbstständige Aufladen von Speisen und Einschenken von Getränken, erlernen Kinder feinmotorische Kompetenzen. Dabei darf natürlich auch mal was daneben gehen. Wir ermutigen die Kinder dann selbst aufzuwischen und es noch einmal zu probieren. Jedes Kind entscheidet selbst, wann es satt ist, der Teller muss dafür nicht leer sein. Ist ein Kind fertig, räumt es selbstständig seinen Platz ab und wischt sich Hände und Mund, mit einem bereitliegendem Waschlappen ab.
Dies fördert die Selbstständigkeit und vermittelt Etikette.

Angebote und Projekte 
Um Kindern immer wieder neue Anreize zu bieten, müssen pädagogische Fachkräfte stets neue Materialien, Spiele, Lieder, etc. anbieten. Dafür ist die Beobachtung der Gruppe, sowie des einzelnen Kindes ausschlaggebend. Ebenso spielt das Alter der Kinder eine Rolle für die momentanen Interessen. Hierzu werden in regelmäßigen  Abständen kleine Bedarfsanalysen gemacht und im Team ausgewertet. Je nach Bedarf und Verfügbarkeit werden dann im Alltag kleinere Angebote durchgeführt, die nochmal tiefergehend die Themen und Bedürfnisse der Kinder bearbeiten sollen. Dies können z.B. Bastel-, Mal-, oder Matschangebote sein. 
 
Zukünftig möchten wir gern in unserer Einrichtung projektbezogen arbeiten. Die Themen sollen sich auch hier über die Bedarfsanalyse der Gruppe ergeben. 
 
Ziele der projektbezogenen Arbeit sollen sein: 

  • Themen der Kinder zu verstehen und ins Greifbare für sie zu übertragen
  • Spaß am gemeinsamen Lernen
  • Das Miteinander in der Gruppe fördern
  • Transparenz der pädagogischen Arbeit für Eltern und Außenstehende schaffen
  • Strukturiertere pädagogische Arbeit im Team

 
Die Eingewöhnung
Ein wichtiger Teil in unserer Konzeption ist die Eingewöhnung. Sie soll den Kindern einen sanften Einstieg in die Rappelkiste ermöglichen und damit den Trennungsschmerz der Kinder auffangen.
Begonnen wird mit einem Schnuppertag kurz vor dem Start der Eingewöhnung. Da erfolgt das Erstgespräch von ca. einer Stunde. Fotos für die Garderobe- Post- Windel- und Eigentumsfächer werden vorbereitet.
Die Kinder werden durch eine sanfte Eingewöhnung, angelehnt an das „Berliner Modell“ psychisch stabilisiert und können die tägliche Trennung von der Mutter akzeptieren und so den Tag in der Krippe positiv erleben.
In den ersten beiden Wochen kommt das Kind, unabhängig vom vereinbarten Tagesbedarf, täglich ca zwischen 10- 11:30 Uhr in die Einrichtung.
Die Eingewöhnung verläuft in verschiedenen Phasen (Beobachtungsphase, Mitmachphase , Rollentausch, Stabilisierungsphase). Je nach Bindungsverhalten und Entwicklungsstand der Kinder können diese Phasen bei jedem Kind unterschiedlich lang sein. Die gesamte Eingewöhnung kann daher den Zeitraum von zwei bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen. Unabhängig von unserem Einfluss auf das Kind, ist eine positive Lebenseinstellung und Haltung der jeweiligen Mutter ebenfalls als ein relevantes Kriterium für eine gelungene Eingewöhnung anzusehen. Die Eltern sollten in dieser Zeit nicht verreisen, oder andere Veränderungen privat vornehmen.
 
Während der ganzen Eingewöhnungszeit werden Mutter und Kind kontinuierlich von einer Erzieherin begleitet. Diese stellt einen engen Bezug zu Mutter (Bezugsperson) und Kind her. Jede Phase der Eingewöhnung wird mit der Mutter besprochen und alle Aktionen des Kindes werden erklärt und erläutert. Die Mutter kann eigene Erfahrungen mit ihrem Kind erzählen und besprechen. Die Erzieherin lernt dadurch das Kind besser kennen und die Mutter erhält zusätzliche pädagogische Informationen.
Daraus entsteht eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mutter und Erzieherin, die während der gesamten Krippenbetreuungszeit Bestand hat. Aus diesem Grund bezeichnet sich die Erzieherin als "Bezugserzieherin" des Kindes. Die anderen Erzieherinnen der Einrichtung übernehmen erst allmählich die Betreuung des neuen Kindes. Grundlage dafür ist aber immer erst die stabile Beziehung zwischen Kind und Bezugserzieherin.
 

 
Ablauf der Eingewöhnungsphasen
Die erste Phase nennen wir Beobachtungsphase: Die Bezugserzieherin erlebt die Mutter in der Interaktion mit ihrem Kind. Sie beobachtet Mutter und Kind und begleitet diese Phase durch intensive Gespräche. In dieser Phase bleibt die Mutter mit ihrem Kind höchstens ein bis zwei Stunden in der Einrichtung. Das Kind soll sich langsam an die kleinen und großen Menschen, Geräusche, Gerüche und Räumlichkeiten gewöhnen. 

  •  Die Mutter sitzt auf dem Boden und steht mit dem Kind in Kontakt.
  •  Die Mutter ermuntert das Kind zu Erkundungen im näheren Umfeld.
  •  Die Mutter hält Blickkontakt und bietet sich als "Fels in der Brandung" an.
  •  Die Mutter wickelt und füttert das Kind. Die Bezugserzieherin ist dabei und geht der Mutter zur Hand.
  •  Die Bezugserzieherin stellt der Mutter Fragen, zum Beispiel zum bisherigen Spielverhalten des Kindes oder ähnliche Fragen. Sie baut langsam eine Beziehung zu Mutter und Kind auf.
  •  Die Bezugserzieherin reagiert auf beginnende Interaktionen des Kindes zu Beginn zurückhaltend, um das Kind (und die Mutter) nicht zu überfordern.
  •  Das Kind nimmt wiederholt von sich aus Kontakt zur Bezugserzieherin auf.

Wenn das Kind sich der Bezugserzieherin zuwendet, beginnt die zweite Phase.
Die zweite Phase ist die Mitmachphase: Hier bietet sich die Pädagogin an, kleine Aufgaben und Aktionen am Kind mit zu übernehmen. Im Beisein der Mutter erlebt das Kind den Tagesablauf. 

  •  Die Bezugserzieherin übernimmt zunehmend das Füttern und Wickeln.
  •  Die Bezugserzieherin übernimmt die Initiative und spielt mit dem Kind. Das Kind hat positive Erlebnisse mit ihr.
  •  Vor der ersten Trennung (nicht vor dem 4. Tag) von Mutter und Kind muss die Erzieherin mehrere Male in verschiedene Interaktionen eingebunden sein.
  •  Am Ende dieser Phase erfolgt dann die erste Trennung zwischen Mutter und Kind.
  •  Die Mutter verlässt nach einer deutlichen Verabschiedung (kein Wegschleichen) für kurze Zeit (10-15min) den Raum. In dieser Situation wird das Bindungsverhalten des Kindes aktiviert- möglicherweise wird es weinen und nach der Mutter verlangen.
  •  Die Erzieherin versucht das Kind zu trösten. Gelingt das Trösten nicht, holt die Bezugserzieherin die Mutter nach wenigen Minuten wieder zurück.
  •  Sie achtet auf eine deutliche Begrüßung zwischen Mutter und Kind.
  •  Nach der ersten Trennung verlässt die Mutter den Raum nicht mehr, bzw. direkt mit dem Kind zusammen um den "Abhol-Charakter" zu schaffen.  Das Kind erlebt die zuverlässige Wiederkehr der Mutter, dadurch gewinnt es Sicherheit.
  •  Die Trennung zwischen Mutter und Kind wird am nächsten Tag wiederholt.

In der letzten Phase erfolgt der Rollentausch: Die Mutter übernimmt die Rolle der Beobachterin. 

  •  Die Bezugserzieherin versorgt und betreut das Kind während dieser letzten Phase, obwohl sich die Mutter im Raum befindet.
  •  Die Mutter kann die Interaktion zwischen Erzieherin und Kind beobachten und Fragen dazu stellen.
  •  Durch das Miterleben kann in der Mutter das Gefühl der Sicherheit wachsen: "Mein Kind wird gut betreut. Wenn mein Kind einmal weint und mich braucht, werde ich geholt."
  •  Die Trennung zwischen Mutter und Kind erfolgt regelmäßig und wird zeitlich von Tag zu Tag verlängert. So lernt das Kind, "Mama kommt wieder, bleibt dann bei mir und nimmt mich mit, wenn sie die Einrichtung verlässt“.

In der Stabilisierungsphase, kann das Kind ab 8:30 Uhr in die Rappelkiste gebracht werden und die Trennungszeit wird angepasst. 
Die Bezugserzieherin, wird mit der Mutter ein Abschlussgespräch über die Eingewöhnung führen, wenn das Kind sicher angekommen ist. Dieses Gespräch kann auch zwischen Tür und Angel geführt werden. Es wird auch mitgeteilt, dass alle Erzieherinnen jetzt zuständig sind.
 
Portfolio
Das Portfolio ist eine Form der Dokumentation, die die Basis zum Dialog mit Kindern und Eltern erweitert. Es stellt eine Art Archiv über die Entwicklung des Kindes dar und ist eine Kombination aus Schrift- und Bilddokumentation. Ein Portfolio begleitet Lernprozesse an denen Kinder, Eltern und Erzieherinnen gemeinsam arbeiten.
Es geht darum, vielschichtige und ganzheitliche Informationen über das Kind zu sammeln, aufzubereiten und auszuwerten. Dies bedeutet: Wie lernt ein Kind? Was ist das Interesse des Kindes?
 
Was sind Ziele des Portfolios? 

  • Die Entwicklungsschritte eines Kindes festzuhalten
  • Jedem Kind ein wohlwollendes Bild seines Entwicklungsschrittes mitgeben
  •  Wertvolle Erinnerung werden mit dem Kind gesammelt
  •  Entwicklungsschritte werden für die Kinder festgehalten
  •  Besondere Ereignisse werden im Portfolio festgehalten
  •  Wenn gewünscht Austausch mit den Eltern über den Inhalt des Portfolios
  •  Es werden Momentaufnahmen festgehalten
  • Lerngeschichten geschrieben

 
Praktische Umsetzung des Portfolios
Die ersten Seiten unseres Portfolioordners gestalten die Eltern. Darauf sollten Fotos von den Bezugspersonen, wie Großeltern, Verwandte, Freunde, Haustiere oder andere dem Kind wichtige Dinge darauf sein.
Auf den Din A4 Seiten, die wir einlaminieren um die Haltbarkeit bei den Kleinen zu erhalten, dokumentieren wir über die Entwicklung und des Kindes. Es stellt eine Art Archiv über die Krippenzeit dar.
 
Elternarbeit
Eine erfolgreiche Arbeit mit den Kindern setzt immer auch eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Eltern und dem pädagogischen Personal voraus. Der erste Kontakt ist häufig das Anmeldegespräch (in der Krippe). Hierbei kommen die Eltern mit ihrem Kind zu uns, schauen sich die Räumlichkeiten an und informieren sich über die Arbeit in der Einrichtung, die Öffnungszeiten usw. 
Es werden erste Weichen gestellt für eine spätere Zusammenarbeit. Gegenseitige Wertschätzung und Offenheit sind die Basis für eine gute Kooperation. 
 
Ein Aufnahmegespräch und regelmäßiger Austausch in Form von Entwicklungsgesprächen oder „Zwischen-Tür-und-Angel-Gesprächen“ beim Bringen und Abholen der Kinder sind uns wichtig. 
Unsere Arbeit machen wir anhand von Plakaten, Fotos und Aushängen transparent. Informationen über geplante Termine und Aktivitäten erhalten Sie auch in Form von Elternbriefen oder durch direkte Ansprache. 
 
Einmal im Jahr findet ein Elternabend statt, bei dem der Elternbeirat gewählt wird und der Vorstand alle 2 Jahre. Außerdem können bei Bedarf Elternabende zu bestimmten Themen angeboten werden. Batelnachmittage, Feste und Entwicklungsgespräche laden auch zu einem Besuch in der Rappelkiste ein.